Warum das trockene Auge manchmal eher ein Elektrolytproblem ist
Wenn der Tränenfilm aus dem Gleichgewicht gerät
Der Tränenfilm ist ein kleines Wunderwerk der Biologie. Nur wenige Mikrometer dünn,
aber physiologisch hochkomplex, schützt er die Augenoberfläche, stabilisiert die Optik,
reguliert immunologische Prozesse und sorgt für eine reibungsarme Interaktion
zwischen Lid, Hornhaut und Bindehaut. Gerät dieses System aus dem Gleichgewicht,
beginnt häufig ein schleichender Prozess – das trockene Auge. Die meisten
Optometristinnen und Optometristen kennen die typischen Aussagen aus der
Praxis: «Am Morgen geht es noch – aber gegen Abend brennen die Augen.» oder
«Die Kontaktlinsen fühlen sich plötzlich an wie Schleifpapier.»
Interessanterweise liegt die Ursache oft nicht nur in einer reduzierten Tränenmenge,
sondern vielmehr in einer veränderten Qualität des Tränenfilms. Ein zentraler
Faktor dabei ist die Hyperosmolarität des Tränenfilms.